Die Gefahr lauert im Hotelbett!

Bettwanzen entwickeln sich für Hoteliers in Deutschland immer mehr zu einem Problem.

Bis vor einigen Jahren galten die Cimex lectularius, auch gemeine Bettwanze genannt, hier bei uns in Deutschland als nahezu ausgerottet. Aber durch die ausgeprägte Reiselust verbreiten sich die Tiere allerdings in den letzen Jahren mehr und mehr. Hotelbetten sind hierbei optimale Brut- und Übertragungs-Stätten.

Bettwanzen gelten zwar nicht als Überträger von Krankheiten, Ihre Stich sind aber unangenehm und erzeugen bei vielen Menschen einen starken und langanhaltenden Juckreiz. Darüber hinaus haben sie einen ausgeprägten Hang dazu sich zu vermehren.

Die Cimex lectularius ist ein nachtaktiver Blutsauger, der von der Körperwärme der Menschen angelockt wird. Beim Saugen lassen sich die kleinen Quälgeister Zeit: Zwischen drei und zehn Minuten kann es dauern, bis sich die Bettwanzen an ihrem Wirt so richtig voll gesogen haben. Der sonst platte Körper der Wanze dehnt sich aus, der kugelrunde Bauch schimmert dann rötlich-schwarz. Die sogenannte Tapetenflunder kann dabei bis zu 200 Prozent ihres Ausgangsgewichts zulegen.

Sie tagsüber mit dem bloßen Auge zu entdecken ist fast ein Ding der Unmöglichkeit. Die Parasiten verstecken sich hinter Tapeten, unter Matratzen, in winzigen Ritzen und in den engsten Winkeln des Zimmers. Erst wenn es Nacht wird, machen sie sich auf Nahrungssuche und durchforsten ihre Umgebung nach einem geeigneten Wirt. Und selbst wenn sie monatelang keinen finden – Bettwanzen sind sehr zähe Genossen. Sie können über weite Strecken ohne Nahrung und unter widrigsten Umständen überleben.

Wie immer ist daher Monitoring, das heißt Überwachen, Protokollieren und Vorbeugen, ein wichtiger Schutz gegen einen Befall. Überprüfen Sie immer sehr genau das Bettlaken, die Matratze, alle in der Nähe des Bettes befindlichen Gegenstände und natürlich auch den Kleiderschrank. Die Tiere selber werden Sie vermutlich nicht zu Gesicht bekommen. Sie verkriechen sich tagsüber. Achten Sie deshalb auf kleine schwarze Punkte, Blutflecken und bräunliche hautartige Rückstände.

Es gibt heute Monitoring Systeme, die speziell für das Übernachtungsgewerbe von Interesse sind. Hierbei handelt es sich meistens um beidseitige Klebeflächen, die diskret auf die Matratzenunterseite aufgebracht werden können. Wenn die Wanzen dort drüber laufen, bleiben sie kleben und Sie können sofort als solche erkannt werden. Die Bettwäsche kann dann in speziellen Wäschebeuteln transportiert werden, ohne die Tiere im Hause zu verschleppen. Diese Wäschebeutel lösen sich bereits bei niedrigen Temperaturen in der Waschmaschine auf.  Es gibt selbstverständlich auch weitere Monitoringsysteme mit denen sich ein Nachweis führen lässt. Wenn Sie Tiere in den Monitoringfallen finden, sollten Sie allerdings sofort bekämpfen. Dies ist leider oftmals nicht ganz einfach. Scheuen Sie nicht davor zurück einen professionellen Schädlingsbekämpfer von Anfang an mit zu Rate zu ziehen. Bettwanzen sind sehr widerstandsfähig und nicht einfach zu bekämpfen. Bedenken Sie bitte auch, dass Sie nicht nur die augenblickliche Population, sondern auch die Larven bekämpfen müssen, ansonsten schlüpfen diese nach etwa zwei Wochen und Sie haben einen erneuten Befall. Als sinnvolle vorbeugende Maßnahme hat sich das Einpacken der Matratze und des Kopfkissens in geeignete Schutzhüllen erwiesen. Hiermit entziehen Sie den Blutsaugern Ihre Brutstätte.

Außerdem schützen Sie Matratze und Kopfkissen gegen Befall und davor, dass Sie diese eventuell entsorgen müssen, da Sie den Befall sonst nicht mehr in den Griff bekommen. Bei den heute angebotenen Möglichkeiten braucht man normalerweise nicht mehr zu befürchten, dass sich Gäste morgens über eine Bettwanzen-Attacke beschweren und Ihnen und Ihren weiteren Gästen die Einstiche der Blutsauger und eventuelle Quaddeln zeigen.

Dieser Beitrag wurde unter Artikel chronologisch, Bettwanzen, HACCP, Lästlinge, Monitoring, Schädlinge, Tipps zur Bekämpfung veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar